„EZB plant Datenmonster“

Genossenschaftsbanken in Köln: Verbraucher zahlen die Zeche


Köln 01. Februar 2016: „Will die EZB gläserne Bankkunden?“ Das fragt sich Klaus Müller, Vorstandsmitglied der Kölner Bank und Sprecher der Genossenschaftsbanken in Köln. Stein des Anstoßes ist ein umfangreiches Kreditregister, geplant von der Europäischen Zentralbank (EZB).

„Die Genossenschaftsbanken in unserer Region müssten damit – wenn man den aktuellen Bestand als Richtwert nimmt – etwa 7.552 Kredite an die Zentralbank melden.“ Das sei eine Vervielfachung der Meldepflichten gegenüber dem heute in Deutschland geltenden Standard, erklärt Müller. „Am Ende zahlen die Kunden die Zeche in Form höherer Kreditkosten.“

Am 29. Januar ist eine schriftliche Anhörung der EZB zum geplanten Kreditregister namens AnaCredit zu Ende gegangen. Geplant ist, dass Banken Daten zu Krediten ab 25.000 Euro melden, und zwar mit etwa 100 Datenfeldern für jeden Kredit. Die ersten Meldepflichten sollen schon 2018 gelten. „Weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird hier ein Datenmonster geschaffen. Es macht die Kreditvergabe deutlich bürokratischer. Und datenschutzrechtlich ist Abgreifen von Daten mehr als fragwürdig“, kritisiert Klaus Müller. Es dürfe nicht sein, dass vertrauliche Informationen zum Beispiel über kleine mittelständische Firmenkunden erhoben würden.

Ein Mehrwert für die Finanzstabilität sei bei AnaCredit zweifelhaft. Müller: „Wir wollen keinen gläsernen Kunden, wir wollen keine weiteren Belastungen für unsere Kreditnehmer. Die EZB darf nicht klammheimlich Fakten schaffen.“ Stattdessen müsse sie die Einwände von Wirtschaft und Privatpersonen dringend ernst nehmen. „Am besten wäre es, wenn dieses Projekt so schnell wie möglich beerdigt würde“, meint Klaus Müller abschließend.


Kontakt:
Judith Jussenhofen, Kölner Bank eG, Pressesprecherin,
Tel. 0221/20 03-9420, Mail: judith.jussenhofen@koelnerbank.de

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