Pflegekosten:

Beispiel "Unterhaltszahlung"

Anhand der Einkünfte und abzüglich der Ausgaben wird das „unterhaltsrelevante
Einkommen“ bestimmt. Doch Vorsicht, nicht alle Ausgaben sind zu berücksichtigen.
Das folgende Beispiel geht von einem Unterhaltspflichtigen aus, der nur Einkünfte
aus einem Beschäftigungsverhältnis hat

Beispiel:
Für die Mutter – der Vater ist bereits verstorben – entstehen monatliche
Heimkosten von 5.000,- Euro. Das ist mithin der Bedarf. Ihre Renten betragen
2.000,- Euro und das Pflegegeld der Stufe III beträgt 700,- Euro. Somit verbleibt ein
ungedeckter Bedarf von 2.300,- Euro. Der in Anspruch genommene Sohn verfügt
über ein bereinigtes Einkommen (Einkünfte abzüglich Ausgaben) von 2.500,- Euro.
Er ist geschieden und zahlt nach der Düsseldorfer Tabelle für seinen 9-jährigen
Sohn monatlich 327,- Euro. Der Unterhaltspflichtige gehört mithin zu der sog.
Sandwich-Generation. Einerseits muss er noch an seine Kinder Unterhalt zahlen,
andererseits soll er nunmehr für seine Mutter Unterhalt leisten.

Jetzt ist folgende Rechnung aufzumachen:

bereinigtes Einkommen 2.500 Euro
abzüglich Kindesunterhalt 327 Euro
unterhaltsrelevantes Einkommen 2.173 Euro
abzüglich Selbstbehalt 1.800 Euro
verbleibend 373 Euro

Die Hälfte von diesem Betrag, mithin 186,50 Euro, muss der Sohn an Unterhalt zahlen.

Demjenigen, der an seine Eltern Unterhalt zahlt, muss monatlich mindestens ein Betrag in Höhe von 1.800,- Euro verbleiben. Von dem Einkommen, das den Mindestbetrag (hier: 373,- Euro) übersteigt, ist die Hälfte anrechnungsfrei. Also: Die Hälfte des Einkommens, das 1.800,- Euro übersteigt, muss an das Sozialamt abgeführt werden.

Es wurde bewusst ein einfacher Beispielsfall gebildet, um das Schema darzustellen. Kompliziert wird es dann, wenn zum Beispiel auf der Elternseite ein Einfamilienhaus vorhanden ist, das durch das Wohnen der Mutter im Pflegeheim nicht mehr bewohnt wird. Oder aber, wenn einem Kind von der Mutter vor weniger als zehn Jahren ein Haus geschenkt worden ist. Oder aber, wenn das Kind
verheiratet ist und in einem kreditfinanzierten Eigenheim lebt. Die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen.

Mit der folgenden Tabelle bestimmen Sie Ihr unterhaltsrelevantes Einkommen:

Bruttoeinkünfte aus nicht selbständiger Arbeit  
erstattete Einkommenssteuer, Soli-Zuschlag und
Kirchensteuer
 
Zwischensumme  
abzüglich:  
Lohnsteuer, Soli-Zuschlag, Kirchensteuer  
Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung  
Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung  
Beiträge für private Altersvorsorge (max. 5 % vom
Brutto)
 
Werbungskosten (Fahrten zur Arbeit,
Arbeitskleidung usw.)
 
etwaige besondere Belastungen (z.B.
krankheitsbedingte)
 
Zwischensumme (bereinigtes Einkommen)  
abzüglich vorrangige Unterhaltsverpflichtungen
(Kinder)
 
Unterhaltsrelevantes Einkommen  
                                                            

Bitte beachten Sie: Die obige Tabelle gibt nur einen groben Anhaltspunkt für die Berechnungsmethode.

Den vollständigen Beitrag zum Thema Pflegekosten „Kinder haften für Ihr Eltern“
finden Sie im Magazin „natürlich wir“ - Ausgabe 1/2015.